marmelade

Die Machart dieser Köstlichkeit, die mancherorts täglich genossen wird, geht geschichtlich (laut Wiki) wohl bis ins alte Rom zurück. Und die alten Römer wussten sehr wohl, wenn man Geschichtsbüchern Glauben schenken mag, was zur Erfreuung des Gaumens diente.

Als dann ein paar Jahrhunderte später, eigentlich gut eineinhalb Jahrtausende später, in England eine Dame die guten Bitterorangen mit Zucker einkochte, nahm diese Art Früchte zu konservieren ihren Aufschwung.

Damals war England eng verbunden mit Spanien, Portugal und der „neuen Welt“ und somit auch dem durch Sklaven unfreiwillig angebauten Zuckerrohr. Vielleicht war das die Quelle, Möglichkeit und Innovation des 17.Jh, nämlich mit Zucker Früchte haltbar zu machen.

Der Name „Marmelade“ kommt aus dem Portugiesischen vom „Honigapfel“, womit die Quitte gemeint war. (das ist eine persönliche Kurzfassung vom wiki-Eintrag)

Wie steht es nun heute, im Bereich der postindustriellen Gesellschaft, um diese schönen Farbkleckser in der Küche, was Produktion und Qualität angeht?

Dazu muss ich einen kleinen Ausflug in meine Jugend machen. Dies hat weniger mit Marmelade zu tun, als mit der Angewohnheit, die Angaben von Inhaltsstoffen auf den Rückseiten der jeweiligen Packung zu lesen. Es ist ein wenig intim und peinlich, aber auch lustig: wenn ich als Jugendliche, die gerade in der Schule Fremdsprachen erlernen durfte, auf der Toilette saß und eben kein gutes Buch oder keine „Bravo“ in der Nähe war, habe ich die Badezimmerprodukte in Reichweite in die Hand genommen und die verschiedenen Texte auf der Verpackung gelesen. Es war zu der Zeit, als die Firmen begannen, Angaben in verschieden Sprachen zu machen.

Für mich war das so interessant, in welcher Art und Weise sich beispielsweise Italienisch , Spanisch und Französisch ähneln oder unterscheiden.

Später habe ich diese Gewohnheit außerhalb des Badezimmers aus Neugier aufrecht erhalten, da ich gerne wissen wollte was wo drin ist, am besten auch, wovon wie viel. Besonders bei Nahrungsmitteln.

Logische Schlußfolgerung, dass ich auch zu der Kenntnis kam, wieviel Frucht und wieviel Zucker in einer herkömmlichen Marmelade zu finden ist. Was glaubst du?

Gib mal einen Tipp ab, wieviel Obst pro 100g enthalten ist!?

Ach ja, man sollte wissen, dass die Begriffe „Konfitüre“, „Marmelade“, „Gelee“ und „Fruchtaufstrich“ für uns eigentlich alle irgendeine fruchtig-süße Masse im Glas bedeuten, aber in rechtlicher Hinsicht leicht variierende Definitionen haben, welche sich an den Inhaltsstoffen messen.

Offiziell verpflichtet sich eine Firma bei der Angabe einer „Konfitüre“ zu einem Fruchtgehalt von mindestens 25% bei stark aromatischem Obst vor, bei „Konfitüre extra“ sogar als Minimum 45%.

Bei mir taucht dann die große Frage auf: „Was ist der Rest da im Glas!?“ Fruchtsaftkonzentrate, Zucker, Emulgatoren, manchmal Fette und Gelierhilfen wie Pektine oder Gelatine.

Naja, Frucht ist teurer als Fruchtsaftkonzentrat, und solange der Verbraucher für ein Glas nicht mehr als – ja, was kostet denn eigentlich ein gutes Glas? Ganz ehrlich: ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, dass es wohl so ist wie bei allen Dingen, die wir hier kaufen können: Qualität kostet und deutsche Handarbeit wird meistens nicht honoriert. Wenn ich eine Marmelade koche, brauche ich in etwa eine Stunde dafür, Obstsammeln exklusive. Wer ist bereit 45.- € (üblicher durchschnittlicher Stundensatz eines Handwerkers in Bayern) für dieses Glas zu zahlen?

Aber es gibt im Bereich der Marmelade gute Firmen, die nicht für ein Glas soviel Geld nehmen. Vielleicht hat die Industrialisierung auch einen Sinn und bis heute außer Schaden auch eine gute Seite.

Eine Firma, deren Produkte ich sehr schätze, ist darbo, da habe ich einen Fruchtaufstrich entdeckt in dem 70% Fruchtanteil und etwas Akazienhonig verwendet werden. Man schmeckt den Unterschied und mehr Frucht bedeutet für mich auch mehr sekundäre Pflanzenwirkstoffe, mehr Vitamine und Ballaststoffe.

Und dann! Dann habe ich eine Firma entdeckt, die tatsächlich – halte dich fest! – zum Teil 300g und mehr der jeweiligen Frucht pro 100g Aufstrich verwendet. Eigentlich pure Obstkonzentrate. Unglaublich, da kann man schon von einem gesundheitlich höchst wertvollen Beitrag in der Ernährung sprechen. Es ist Tarpa aus Ungarn. Ein echter Hit in meinen Augen.

Herzliche Grüße,

Py

Ein Feedback für “marmelade

  • 25. Juli 2017 at 8:41
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    Da ich auch immer auf der Suche nach einer guten Marmelade ohne viel Zucker bin und immer mehr feststellen muß das die Fruchtmenge bei Marmeladen immer geringer wird, freut mich deine Geschichte sehr. Großartig geschrieben und sehr informativ – Dankeschön

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